ProjektTREMA – Tremor- und Ataxie-Messung zur Entwicklung von Assistenzsystemen

Grunddaten

Titel:
TREMA – Tremor- und Ataxie-Messung zur Entwicklung von Assistenzsystemen
Laufzeit:
01.01.2026 bis 31.12.2027
Abstract / Kurz- beschreibung:
Die Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten selbstständig auszuführen ist wichtig für die Selbstbestimmung und Lebensqualität von Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit, Multipler Sklerose (MS) oder zerebellärer Ataxie. Obwohl diese Patienten in der Lage sind, motorische Handlungen zu planen und ihre Muskelkraft in der Regel kaum beeinträchtigt ist, stören Tremor oder überschießende Bewegungen (Ataxie) die beabsichtigten Bewegungsabläufe. Dies verschlechtert sich im Krankheitsverlauf zunehmend, sodass bspw. eigenständiges Essen und Trinken immer schwieriger werden.

Die Zahl der Betroffenen ist erheblich und wird mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung in den kommenden Jahren weiterwachsen. In Deutschland leiden nach Angaben von Fachgesellschaften derzeit rund 400.000 Menschen unter den Folgen einer Parkinson-Erkrankung, weitere rund 300.000 Menschen sind an MS erkrankt. Ein Großteil von ihnen entwickelt im Verlauf der Krankheit einen Tremor.

Bisherige therapeutische Ansätze – darunter medikamentöse Behandlungen, Tiefe Hirnstimulation (THS), funktionelle Elektrostimulation (FES) oder nicht-invasive Neuromodulation – zeigen in bestimmten Fällen gute Wirkung, sind aber nicht für alle Betroffenen geeignet oder bieten keine zuverlässige und anhaltende Kontrolle der Symptome. Nebenwirkungen, Invasivität oder mangelnde Alltagstauglichkeit begrenzen den breiten Einsatz dieser Verfahren.

Ein vielversprechender Lösungsansatz liegt in der Entwicklung robotischer Assistenzsysteme, die in Echtzeit kleine korrigierende Kräfte aufbringen, um ungewollte Bewegungsanteile zu unterdrücken und so die von der Nutzerin oder dem Nutzer beabsichtigte Bewegung zu ermöglichen. Solche Systeme könnten die motorische Funktion stabilisieren, die Autonomie der Betroffenen erhöhen und die Belastung pflegender Angehöriger reduzieren. Insbesondere neuartige Entwicklungen in der Robotik und Materialwissenschaft – darunter künstliche Muskeln wie z.B. elektro-hydraulische Peano-HASEL-Aktuatoren – eröffnen neue Möglichkeiten für kompakte, weiche und mechanisch transparente Systeme

In unserer Forschung stehen wir damit vor einer mehrfachen Herausforderung: Nur durch das Zusammenspiel aus Antriebstechnologie, intelligenter Regelung und benutzerzentrierter Gestaltung kann ein alltagstaugliches, effektives Assistenzsystem entstehen – mit dem Potenzial, die Lebensqualität von vielen Betroffenen nachhaltig zu verbessern.

Beteiligte Mitarbeiter/innen

Leiter/innen

Neurologische Universitätsklinik
Kliniken und klinische Institute, Medizinische Fakultät
Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)
Zentren oder interfakultäre wissenschaftliche Einrichtungen
Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung (HIH)
Nichtklinische Institute, Medizinische Fakultät

Lokale Einrichtungen

Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung (HIH)
Nichtklinische Institute
Medizinische Fakultät
Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)
Zentren oder interfakultäre wissenschaftliche Einrichtungen
Universität Tübingen
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