ProjektMOSAIK BW – Monitoring, Organisation, Schnittstellen, Akteursperspektiven, Interventionen und Kommunikation bei…

Grunddaten

Akronym:
MOSAIK BW
Titel:
Monitoring, Organisation, Schnittstellen, Akteursperspektiven, Interventionen und Kommunikation bei Schulabsentismus in Baden-Württemberg
Laufzeit:
01.10.2026 bis 30.09.2028
Abstract / Kurz- beschreibung:
Im schulischen Alltag tritt Schulabsentismus häufig nicht als klar umrissenes Problem auf, sondern
zeigt sich in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen (Ricking & Hagen, 2016). Von vereinzeltem
Fehlen bis hin zu längerfristigem Schulabbruch ist das Kontinuum sehr breit und die Anzeichen sind
häufig nicht unmittelbar erkennbar. Für die beteiligten Akteur:innen wie Schulleitungen, Lehrkräfte,
Schulsozialarbeit und weitere Unterstützungssysteme stellt sich dabei oft nicht nur die Frage, wie auf
Fehlzeiten reagiert werden kann, sondern bereits, welche Informationen vorliegen, wer zuständig ist
und welche Maßnahmen verfügbar und wirksam sind. Damit wird Schulabsentismus zunehmend als
komplexe Herausforderung an den Schnittstellen verschiedener Professionen und Institutionen erlebt.
Gleichzeitig fehlt es häufig an einer systematischen Datengrundlage, die über Einzelfälle hinaus eine
verlässliche Einschätzung von Ausmaß, Ursachen und Entwicklung des Phänomens erlaubt: Das
Bildungsmonitoring in den deutschen Bundesländern weist im Hinblick auf das Schulbesuchsverhalten
von Schüler*innen erhebliche Lücken auf (Sälzer, 2025; Sälzer et al., 2024). Im Unterschied zu
anderen europäischen Ländern fehlt eine belastbare Datenbasis, die Auskunft darüber gibt, wie groß
das Ausmaß unterschiedlicher Formen von Schulabsentismus ist, welche Entstehungsbedingungen
lokal in Baden-Württemberg vorliegen, wie die professions- und institutionsübergreifende
Zusammenarbeit in diesem Bereich gestaltet ist und welche präventiven sowie intervenierenden
Maßnahmen wirksam dazu beitragen können, Schulabsentismus zu reduzieren. Damit bleibt auch
unklar, wie die Bildungs- und Teilhabechancen junger Menschen – insbesondere im Hinblick auf ein
gelingendes Erwerbsleben und gesellschaftliche Partizipation – gezielt verbessert werden können. Die
beschriebenen Defizite in Datenlage und Wissenstransfer machen einen gezielten Erkenntnisaufbau
auf Landesebene erforderlich. Umso deutlicher wird diese Notwendigkeit mit einem Blick auf die
vielfach empirisch belegten Auswirkungen von Absentismus auf Individuen und ihre
Bildungskarrieren (Ansari & Gottfried, 2021; Dee, 2024; Komakech & Osuu, 2014; Ricking et al.,
2009; Ricking & Speck, 2018; Seeliger, 2016). Ökonomische Studien haben immer wieder belegt,
dass die gesellschaftlichen Kosten für negative Bildungskarrieren diejenigen von frühzeitigen
Investitionen übersteigen (Heckman, 2006; Ready, 2010).
Der vorliegende Projektantrag schlägt vor, auf der Basis von Fallstudien ausgewählter Schulen (s.
Abschnitt 7), Standorte und Projekte exemplarisch Erkenntnisse zu wirksamen Maßnahmen,
Kommunikationsstrukturen und Bedarfen im Umgang mit Schulabsentismus in Baden-Württemberg
zu gewinnen. Das Projekt ist als Machbarkeitsstudie angelegt, die zentrale Wissenslücken identifiziert
und Prioritäten für weiterführende Forschung und Maßnahmenentwicklung aufzeigt. Ziel ist es
insbesondere, analytische Hinweise als empirischen Bezugspunkt für künftige Entscheidungen zum
Umgang mit Schulabsentismus zu erarbeiten.
Die vorhandene Datenlage ist bislang sowohl in Baden-Württemberg als auch deutschlandweit dürftig
(Sälzer et al., 2024). Weder Bildungsadministration noch Schulen oder Wissenschaft können derzeit
auf belastbare Informationen zum Ausmaß von Schulabsentismus im Bildungssystem zurückgreifen.
Vor diesem Hintergrund zielt das vorgelegte Studiendesign darauf ab, innerhalb von 24 Monaten eine
anschlussfähige Entscheidungsgrundlage für weitere Forschungsarbeiten und zielführende
Maßnahmen zu schaffen. Hierzu werden systematisch Erkenntnisse darüber zusammengetragen, wie
unterschiedliche Akteursgruppen das Problem wahrnehmen, welche Unterstützungsfaktoren im
Umgang damit wirksam sind und unter welchen Bedingungen Maßnahmen wahrscheinlich gelingen
oder scheitern.

Beteiligte Mitarbeiter/innen

Leiter/innen

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Universität Tübingen
Fachbereich Psychologie
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Weitere Mitarbeiter/innen

Psychologisches Institut
Fachbereich Psychologie, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Psychologisches Institut
Fachbereich Psychologie, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Lokale Einrichtungen

Fachbereich Psychologie
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Universität Tübingen

Geldgeber

Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland
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